1961 - Josef Rohrbach - Haxter-Chronik

Haxter
Chronik
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HAXTER > Name "Haxter"
Josef Rohrbach - 1961
Wenn man auf der Suche nach seinen Vorfahren ist, stellt man sich zwangsläufig früher oder später die Frage: "Woher kommt eigentlich mein Familienname?"
Mir ist es auch so ergangen und deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht und bin im Stadtarchiv Paderborn fündig geworden.

Haxsuithehusen (Haxtwidehusen) - Haxedehusen - Haxtehusen (Haxthusen)
Wenn wir heute von Haxtergrund, Haxterhöhe, Haxter Warte sprechen, sind wir uns nicht bewußt, daß in diesen Flurbezeichnungen der Name jener Siedlung steckt, die 1036 als dritte in der Reihe der fünf Ortschaften der neuerrichteten Busdorfpfarre inkorportiert wurde. Wir können in den Urkunden verfolgen, wie der Name sich im Laufe der Zeit abschleift und ändert: Haxsuithehusen ("Vita Meinwerci" um 1160), Haxedehusen (1324) und Haxtehusen (1340).
Über die Bedeutung des Namens ist einiges zu sagen. Der Name besteht aus drei Bestandteilen: Hax-wide-husen.

Der erste Namensbestandteil, Hax, enthält den Namen des Habichts, der auch im Habigsberg im südlichen Teil der Haxter Waldung sich findet; vergleiche auch Havixberg, das heutige Hakenberg bei Lichtenau im Kreis Paderborn.
Widu ist ein im ganzen altdeutschen Sprachgebiet, vor allem auch im Altsächsischen verbreitetes Wort für Holz und zwar vor allem für geschlagenes oder als Brennmaterial verwendetes Holz. Als Waldbezeichnung wird widu schon früh durch holt verdrängt, daher der sehr häufig vorkommende Ortsname Holthusen. Widehusen kommt für sich allein nicht vor und ist auch mit einem vorgesetzten Namensbestandteil selten; in unserer Nachbarschaft findet sich Herswidehusen, das heutige Hardehausen. Alte Namen mit =widu sind etwa Brackwede, Avenwedde, Westerwiehe.

In der heutigen Sprache übersetzt, würde der Name der Siedlung Habichtsholzhausen lauten.
Die Siedlung lag nach allgemeiner Annahme am oberen Ende des Pohlweges am Haxter Pohl, einer heute noch sichtbaren Erdsenke, die bis vor wenigen Jahrzehnten auf der wasserlosen Höhe stets Wasser führte. Das Dorf wurde zuletzt im Jahre 1324 erwähnt; es ist da die Rede von dem Wege, der vom Spiringstor nach der villa Haxedehusen führt. In der Nachbarschaft des Dorfes lag der Stammsitz des Ministerialengeschlechts von Haxthausen. Die Haxthausen sind im Laufe des Mittelalters im Hochstift Paderborn zu großer Bedeutung gelangt; sie gehörten zu den "vier edlen Meiern", also den vornehmsten Lehnsträgern des Bischofs. Sie haben ausgedehnten Grundbesitz erworben, nicht nur bei Paderborn, sondern auch bei Lippspringe und später im Kreis Höxter. In der Paderborner Feldmark lag ihr Besitz vor allem auf den Höhen zu beiden Seiten der Haxtergrund.
Über die Siedlungsstruktur von Haxthusen können keine genaueren Angaben gemacht werden, da für die Rückschreibung die Familienarchive derer von Haxthausen nicht ausgewertet wurden.
Fest steht, daß die gesamte Flur zum "Amt" Haxthusen, einer Villikation des domkapitularschen Präbendalgutes gehörte. An Siedlungselementen sind eine Mühle im Tal der Haxtergrund und des "Haxthausensche Haus" bezeugt, ein Turmhügel, der noch im Gelände auszumachen ist. Nördlich von ihm auf der Hochfläche dürften die Hofstätte oder -stätten gelegen haben., von denen aus die insgesamt 470 Morgen Ackerland sowie die mindestens 200 Morgen "Wald" bzw. "Hütung" bewirtschaftet wurden.
Alte schon früh bezeugte Flurnamen sind Haxtergrund, Haxterholz und Haxterberg. Erst dem 19. Jahrhundert entstammen Haxterhöhe und Haxter Warte.
Der Name Haxterhöhe kam auf, seitdem das im Jahre 1888 errichtete früher Schrödersche Gut diesen Namen führte. Der alte, im Jahre 1944 durch Sprengung vernichtete Wartturm hieß früher Lichtenturm, Lechtkenturm, weil er an einer alten, nach Lichtenau führenden Straße lag.
Quelle: Josef Rohrbach - Die Paderborner Feldmark - Flurnamen und Flurgeschichte (2. Auflage von 1961)


Die spätmittelalterlichen Wüstungen in der Paderborner Feldmark


Quelle: Festschrift - 40 Jahre Geographische Kommission für Westfalen - WESTFALEN UND NIEDERDEUTSCHLAND (Band I von 1977)


Heutige Namen und Namensähnlichkeiten:
Haxter Warte
Haxterberg
Haxtergrund
Haxterhöhe
Haxterholz
© by Mirko Haxter von Löwenberg 2016-18
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