Dt. Grafen-Häuser - Haxter-Chronik

Haxter
Chronik
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Genealogie "Haxter" > von Haxthausen
Deutsche Grafen-Häuser
Deutsche Grafen-Haeuser der Gegenwart in heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung (3. Bd, 1854)

Sehr altes westphälisches Rittergeschlecht, welches aus der Umgegend von Paderborn stammt, wo noch eine Gegend: der Haxtergrund und das Haxterholz, welche bis auf die neueste Zeit Eigenthum der Familie geblieben sind, den Familiennamen trägt, welcher in den ältesten Urkunden: HAXTER geschrieben wurde.

Die Haxthausen waren mit den Brenken und den erloschenen Stapel und Krevet die quatuor nobiles columnae oder nobiles villiei der Hoch- und Cathedralkirche von Paderborn. Die Familie zählte auch zu den reichsritterschaftlichen Geschlechtern in Franken, in der Wetterau und am Rhein und besass im Fürstenthum Paderborn das Erb-Hofmeisteramt.

Nach einer Sage, welche sich in der Familie erhalten hat, soll das Geschlecht von einem berühmten Kriegshelden des 13. Jahrhunderts abstammen, welcher von den Königen von Jerusalem Ehrenpreise und Lehen erhalten habe, dessen Nachkommen aber aus diesen Lehen von den Saracenen vertrieben worden wären und sich in Westphalen niedergelassen hätten.

Die Familie breitete sich im Mittelalter sehr zahlreich aus und der Besitz derselben bestand späteraus sehr vielen Gütern. In Westphalen besass das Geschlecht die Güter: Abbenburg, Thienhausen, Bökendorf, Hellersen, Vörden, Welda, Lippspringe, Marienloh, Borchen, Etteln, Bredenborn, Küterbrock, Aussel, Sandebeck, etc., in Franken das reichsritterschaftliche Gut Bellerheim, in der Wetterau Georgenhausen und zehn andere Güter, im Hannöverschen Feuerschütz, Bostel, etc..

Im 15. Jahrhundert theilte sich die Familie in zwei Hauptlinien, in die ABBENBURGER oder weiße Linie und in die THIENHAUSER oder schwarze Linie.

Seifert (Ahnentafel der Freiherren v. Görtz) beginnt die Stammreihe mit Curt v. Haxthausen, welcher im Anfange des 16. Jahrhunderts lebte. Von dem Enkel desselben, Elmerhausen v. Haxthausen, stammte Moritz, Herr zu Abbenburg, fürstlich münsterscher Kammerjunker. Die letzten beiden hat auch v. Meding angeführt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts breitete sich durch Christian August v. Haxthausen, kursächs. Geh. Rath. das Geschlecht auch in Sachsen aus und erwarb bei Dresden das Gut Peetzkau und im Anfange des 18. Jahrhunderts und später kam die Familie auch in Dänemark, sowie in neuerer Zeit in Bayern vor.

Der Freiherrenstand ist im Anfange des 18. Jahrhunderts in die Familie gelangt und es kommt um 1712 ein Freiherr v. Haxthausen, des heiigen römischen Reichs Reichs-Feldmarschall vor: wahrscheinlich der kurpfälzische General Freiherr v. Haxthausen, welcher 1715 Gouverneur zu Jülich wurde.

Der Grafenstand ist durch zwei Erhebungen in die Familie gekommen. Zuerst wurde nämlich vom König Christian VI. von Dänemark, 06.04.1736, der königlich dänischer Kammerherr Christian Friedrich Freiherr v. Haxthausen in den dänischen Grafenstand erhoben und Werner Moriz Maria Freiherr v. Haxthausen-Abbenburg im bayrischen Obermainkreise begütert, erhielt von König Ludwig Carl August von Bayern 1839 den erblichen Grafenstand des Königreichs Bayern.

Beide gräflichen Linien sind im Mannsstamme erloschen, blühen aber noch im weiblichen Stamme. Die dänische gräfliche Linie starb im Mannsstamme mit dem Grafen Owe Christian - Enkel des Grafen Christian Friedrich - geb. 26.05.1777, < 19.09.1842, Erbherrn auf Thienhausen bei Paderborn, königlich dänischer Ober-Hofmarschall und General-Major, aus.

Die Schwester desselben, Gräfin Luise Charlotte, geb. 16.07.1774, vermählt mit Friedrich Christian v. Buchwaldt, Herrn auf Prohnstorff, königlich dänischer Kammerherrn und Landrath, ist seit dem 25.06.1822 Witwe.

Die westphälisch-bayerische gräfliche Linie erlosch am 30.04.1842 im Mannsstamm mit dem Stifter, dem Grafen Werner Moritz Maria. Die Witwe desselben ist Elisabeth Freiin Harff v. Dryborn und die Tochter, Gräfin Maria, geb. 26.12.1826, hat sich am 15.06.1847 mit Hermann Dietrich Freiherr von und zu Brenken, königlich pruessischer Lieutnant im 15. Landwehr-Cavallerie-Regiment, vermählt.

Im freiherrlichen Geschlecht blühen beide Linien, die Abbenburger (weiße Linie), wie die Thienhauser (schwarze Linie), in zahlreichen Gliedern, über welche das Genealogische Taschenbuch der freiherrlichen Häuser das Nähere angiebt.

        
© by Mirko Haxter von Löwenberg 2016-18
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