Hl. Agatha - Haxter-Chronik

Haxter
Chronik
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St. Agatha

Reliquienbüste in der Stiftskirche Neuenheerse

Die Jungfrau Agatha von Catania (* um 225 in Catania auf Sizilien) starb wahrscheinlich unter Kaiser Decius als Märtyrerin um 250 in ihrer Geburtsstadt und ist u. a. die Schutzpatronin der Feuerwehr.
Die Legende ohne historischen Anhaltspunkt schildert Agatha als eine wohlhabende, adlige, sizilianische Jungfrau von großer Schönheit. Sie wies die Brautwerbung des Stadthalters Quintianus zurück, da sie Christin sei; der nutzte den kaiserlichen Erlass zur Christenverfolgung, ließ sie verhaften und ins Bordell der Aphrodisia bringen, damit sie zur Unzucht verführt werden sollte. Diese jedoch versuchte das erst gar nicht, der Stadthalter veranlasste Verhöre, Folter und sadistische Qualen:
Mit den Händen an einem Balken gehängt, wurden Agatha die Brüste mit einer Zange zerrissen, mit einer Fackel gebrannt und schließlich abgeschnitten. In der Nacht erschien ihr dann Petrus im Kerker mit heilendem Balsam, aber sie wies die Erquickung zurück. Tags drauf legte man sie auf spitze Scherben und glühende Kohlen, bis ein Erdbeben die Stadt erschütterte, worauf das Volks Quintianus bedrohte, bis der von Agatha abließ und sie wieder ins Gefängnis warf, wo sie starb.

Ein von hellem Licht strahlender Jüngling erschien und legte eine Marmortafel in den Sarkophag mit der Aufschrift: "Ein heiliger und freiwilliger Geist, belohnt von Gott, Rettung für das Land!" Quintianus wurde alsbald von einem Pferd getreten und starb. Am ersten Jahrestag von Agathas Todes wurde der die Stadt bedrohende Lavastrom des Ätna abgelenkt durch die aus dem Grabe sich erhebende Marmortafel, nach anderer Überlieferung durch einen weißen Seidenschleier. Diese Überlieferung berichtet, daß der Schleier aus ihrem Grab mehrfach bei Prozessionen vom Wind davon getragen wurde und so den Ausbruch des nahe gelegenen Ätna ankündigte.

Die Verehrung von Agatha ging schon bald über die Grenzen Siziliens hinaus: Ambrosius erwähnte sie, Papst Gregor I. berichtete von der Wirkung ihrer Reliquien, bereits um 500 wurde ihr eine Kirche in Rom errichtet. Ihre Gebeine liegen ebenso wie der Schleier, der den Lavastrom aufhielt, im Dom in Catania. Die Bewohner von Catania und Malta verehren sie als Schutzheilige, Malta soll sie 1551 vor der türkischen Invasion bewahrt haben.
Agatha gehört zu den 14 Nothelfern. "Agathenbrote" fütterte man dem Vieh vor dem Almauftrieb, Ochsen vor dem ersten Anspannen vor einen Pflug und Kühen vor dem Kalben; in Ecken gestreute Krumen dieses Brotes bewahren vor Feuer. "Agathenkerzen" schützen vor Feuer.

Die Reliquien der Hl. Agatha (griech. die Gute) gelangten unter Biso, dem vierten Bischof von Paderborn, im Jahr 887 in das Stift Heerse. Wohl im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts wurde zur Aufbewahrung und Verehrung der Reliquien ein aus Silber getriebenes, teilweise vergoldetes und am Kleidausschnitt mit bunten, blattförmigen Emaileinlagen versehenes Kopfreliquiar der Hl. Agatha geschaffen.

Zur Reliquienbüste gehört auch ein silberner Strahlenkranz aus dem 18. Jahrhundert, bestehend aus einem flachen Relief mit 23 züngelnden Flammen, der heute aber nicht mehr mit der Plastik verbunden ist.



Attribute: Fackel oder Kerze, auf einer Platte ihre Brüste tragend

Patronin von Catania und Malta; der Ammen, Hirtinen, Weber, Bergarbeitern, Goldschmieden, Glockengießer und Hungerleidenden; gegen den Ausbruch des Ätna; gegen Krankheiten der Brüste, Fieber, Brandgefahr, Hungersnot, unwetter, Viehseuchen, Erdbeben und Unglück.

Bauernregel: "St. Agahta, die Gottesbraut, macht daß schnee und Eis gern taut."

Namenstag: 5. Februar
© by Mirko Haxter von Löwenberg 2016-18
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