Rotes Kreuz - Haxter-Chronik

Haxter-Chronik
HaxterChronik
Direkt zum Seiteninhalt
Rote Kreuz
>> Dient nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst, der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte.<<
Die Gleichschaltung des DRK begann kurz nach der sogenannten Machtergreifung im Jahre 1933. Personelle Veränderungen und neue juristische Grundlagen kündigten einen Wechsel im Selbstverständnis des DRK an. Am 29. November 1933 trat eine neue Satzung in Kraft. Der seit 1919 amtierende Präsident Joachim von Winterfeldt-Menkin kündigte bereits am 8. Juni 1933 seinen Rücktritt an, der zum 29. November gültig wurde. Unter seiner Präsidentschaft wurde das DRK als Mitglied in das Internationale Rote Kreuz – und somit nach dem Ersten Weltkrieg wieder in die internationale Gemeinschaft – aufgenommen. Allerdings wurden bereits auch jüdische Rot-Kreuz-Mitglieder ausgeschlossen, der Hitlergruß eingeführt und der Neutralitätsgrundsatz weitestgehend aufgegeben. Nachfolger wurde am 30. November 1933 der SA-Ehrenführer Carl-Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha. Sein stellvertretender Präsident, der Chef des Sanitätswesens der SA, Paul Hocheisen, wurde bereits zu Beginn der Hitler-Diktatur vom Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, zum Kommissar für die Gleichschaltung des DRK bestellt. Hocheisen war es auch, der in der Folgezeit die eigentlichen Amtsgeschäfte führte.
Eine weitere einschneidende Änderung erfuhr das Deutsche Rote Kreuz vier Jahre später durch die Ernennung des SS-Oberführers Ernst-Robert Grawitz zum stellvertretenden Präsidenten. Grawitz, der in seiner Funktion als Reichsarzt SS maßgeblich für die Euthanasie-Verbrechen und Menschenversuche an KZ-Häftlingen verantwortlich war, gestaltete das Deutsche Rote Kreuz im Sinne des ‚Führerprinzips‘ völlig um. Das Ergebnis war ein DRK-Gesetz, das am 9. Dezember 1937 erlassen wurde und auf dessen Grundlage Grawitz vom DRK-Schirmherrn, Adolf Hitler, zum geschäftsführenden Präsidenten berufen wurde. Mit der neuen Satzung vom 24. Dezember desselben Jahres band sich das DRK noch enger an den ‚Führer‘, den Staat und die NSDAP. Die neue zentralisierte Organisationsstruktur mit dem Präsidium an der Spitze ermöglichte zugleich eine noch effektivere Indienststellung des DRK für die Mobilmachung, die seit der Neuschaffung der Wehrmacht im Jahr 1935 zu einer der wichtigsten Aufgaben der Hilfsorganisation wurde.











Bereits vor der Änderung der Satzung und dem Gesetz über das DRK wurde per Hausverfügung das Präsidium in Berlin umgestaltet; neben der Hauptadjudantur wurden sieben weiteren Ämtern gebildet:
  • Führungsamt (I); Leitung: Ferdinand Berning
  • Personalamt (II); Leitung Ferdinand Berning, Erich Kahle, Hermann Müller
  • Verbindungsamt zur Reichsfrauenführerin (III); Leitung: Gertrud Scholtz-Klink
  • Verwaltungsamt (IV); Leitung: Oswald Pohl u.a.
  • Presse- und Werbeamt (V); Leitung: Otto Reiners
  • Amt Schwesternschaften (VI); Leitung: Otto Stahl
  • Amt Auslandsdienst (VII); Leitung: Walther Georg Hartmann
  • Amt S: Der Sonderbeauftragte im Kriege (seit Kriegsbeginn 1939); Leitung: Felix Grüneisen

Neben dem engen Verhältnis zur Partei wird spätestens ab 1938 eine starke, wenn auch weitgehend informelle Verbindung zur SS sichtbar, die sich vor allem in personellen Überschneidungen in führenden Positionen beider Organisationen bemerkbar macht. Von den 29 Mitgliedern der gesamten DRK-Führung waren 18 hohe SS-Führer. So fand neben dem Reichsarzt SS Ernst-Robert Grawitz der damalige Verwaltungschef SS, Oswald Pohl, dem ab 1942 die Konzentrationslager unterstanden, eine Nebentätigkeit als Generalbevollmächtigter für alle vermögensrechtlichen Angelegenheiten des DRK. In dieser Funktion konnte Pohl für die SS Kredite in Millionenhöhe bewilligen: DRK-Gelder, die über die SS-Spargemeinschaft e. V. unter anderem für die Gründung von Wirtschaftsunternehmungen an die SS flossen.

















© by Mirko Haxter von Löwenberg 2016-19
Besucherzaehler
Zurück zum Seiteninhalt